Sag mir, was du fühlst!

Auch heute morgen habe ich wieder dramatische Szenen vor der Schule und vor der Kita erlebt… Kinder weinen, wollen sich nicht von ihren Eltern trennen und die Eltern sind völlig aufgelöst, weil sie einerseits mit ihrem Kind mitleiden und andererseits auf die Uhr gucken… sie müssen ja schließlich noch zur Arbeit. Solche Szenen spielen sich wohl jedes Jahr nach den Ferien vor Schulen und Kitas ab.

Tja, mit den Gefühlen der Kinder ist es manchmal eben nicht leicht. Da drückt sich Angst, anders als es bei Erwachsenen der Fall ist, in Weinen oder Schreien aus. Aber ganz ehrlich, mir ist es so lieber, als wenn mein Kind etwas bedrückt und ich nichts davon erfahre. Wie wichtig es ist, dass das eigene Kind seine Gefühle erkennt und auch benennen kann ist mir so richtig klar geworden, seitdem mein ältester Sohn zur Schule geht. Denn hier ist nicht mehr die Erzieherin aus der Kita da, die einem beim Abholen sagt, wie der Tag so gelaufen ist. Mein Sohn muss mir von sich aus sagen, was er erlebt hat – ob er einen schönen Tag gehabt hat oder ob ihn etwas bedrückt.

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Gefühle benennen ist gar nicht so einfach

Dass Kinder ihre Gefühle benennen können und darüber sprechen, will jedoch gelernt sein. Nicht umsonst gibt es Kinder, die sich im Supermarkt auf den Boden werfen, weil Mama ihnen keine Süßigkeiten kauft. In diesem Moment können sie ihre Enttäuschung und ihre Wut nicht anders äußern. Und wieviele Kinder rasten völlig aus wenn sie im Spiel verlieren. Doch wie kann man als Eltern den Kindern hier helfen und ihnen zeigen wie sie mit negativen Gefühlen besser umgehen können?

Bücher können da schon eine Hilfe sein, denn sie regen zu Gesprächen an. Viele der Situationen und Gefühle, die Kinder in ihrem Alltag erleben, erleben sie in Geschichten noch einmal. Hier finden sie sich also wieder und können beobachten, wie das Kind in  der Geschichte eine Lösung findet.

Generell ist wohl das eigene Zuhause der beste Ort, um zu lernen, mit Gefühlen richtig umzugehen. Ich habe mich früher immer gewundert, warum in der Kita alles in Ordnung war und meine Kinder zuhause erst einmal eine emotionale Achterbahn gefahren sind. Jetzt verstehe ich das: Erst zuhause hatten sie das Gefühl, wirklich loslassen zu können. Möglicher angestauter Frust wurde dann erst einmal abgeladen. Im Artikel „So lernen Kinder, mit Gefühlen umzugehen“ des Online-Magazins wireltern.de wird darüberhinaus die Rolle der eigenen Familie, der Eltern  hervorgehoben. Wie gehen Mama und Papa mit Enttäuschungen, Ärger oder Wut um? Werden Probleme totgeschwiegen oder wird offen darüber gesprochen? Eltern haben hier eine wesentliche Vorbildfunktion für das Kind.

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Also, ich kann nur sagen: Hört euren Kindern zu! Lasst sie ihre Gefühle ausleben und macht ihnen Mut, diese auch zu äußern. Je früher sie das lernen, umso besser.

Buchtipps zum Thema „Gefühle“

Und um euch hier noch ein wenig Unterstützung zu bieten, habe ich ein paar Buchtipps zusammensgestellt. Mit diesen Büchern werdet ihr euren Kindern die Welt der Gefühle sicher viel einfacher erklären können – und Spaß macht es auch noch!

Πώς αισθάνεσαι σήμερα;  – ein buntes Sachbilderbuch auf Griechisch, das sowohl für Kindergartenkinder als auch für Grundschulkinder super geeignet ist.

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Ο μεγάλος σάκος με τις ανησυχίες – eine Geschichte für Grundschulkinder, in der sie ein Mädchen kennenlernen, dass all seine Sorgen herunterschluckt und bald damit nicht mehr zurechtkommt. Ein Klassiker von Virginia Ironside.

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Le sei storie delle emozioni – Sechs Kurzgeschichten über die Gefühle und wie sie von Kindern erlebt werden. Tolles italienisches Kinderbuch von Sara Agostini!

Le sei storie delle emozioni

El monstruo de los colores – Ein absoluter Bestseller auf dem spanischen Markt und mittlerweile auch in vielen Sprachen übersetzt worden. Monster in verschiedenen Farben eröffnen kleinen Kindern mit viel Humor die Welt der Gefühle.

El monstruo de los colores

J’aime pas être grand –  Ein französisches Buch, das Kindern Mut machen soll, zu ihren Gefühlen zu stehen. Angst zu haben, zu weinen wenn man sich weh getan hat – das alles ist in Ordnung. Ein kleiner Appell auch an Eltern, die vielleicht allzu oft sagen „Du bist doch schon groß!“

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